Evangelische Kirchengemeinde Ettenheim
   
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Angedacht"

Severine Plöse
wir wollen nicht von gestern sein.
„Von gestern“ - das steht für alte Nachrichten, antiquierte Ansichten, unmoderne Kleidung, ...
Wer „von gestern“ ist, der ist einfach nicht auf der Höhe der Zeit, weiß nicht Bescheid, ja, hat im Grunde keine Ahnung vom Leben.
„Der ist von gestern!“, das ist ein hartes Urteil.
Natürlich will auch ich nicht „von gestern“ sein und doch möchte ich eine kleine Lanze für das Gestern brechen, denn: ich vermute, die Vergangenheit spielt oft eine viel größere Rolle als wir uns bewusst machen.
Es spielt ja durchaus eine Rolle, wo ich herkomme, wie ich aufgewachsen bin, welche Erfahrungen ich in der Vergangenheit gemacht habe. Es spielt eine Rolle für heute.
Ich höre oft Sätze wie:
„Wir waren eine tolle Konfigruppe damals – so etwas wünsche ich auch meiner Tochter.“
„In Französisch war ich nie gut. Noch heute habe ich Angst, wenn ich einen französischen Satz sagen soll.“
„Mein Vater war ziemlich streng, aber immer gerecht und ich habe eine Menge von ihm gelernt.“
Unsere Erfahrungen von damals beeinflussen unsere Entscheidungen heute. Fahre ich gerne nach Frankreich? Oder überwiegen die alten Ängste? Verbinde ich mit Kirche, Gottesdienst etwas Schönes, oder nur Pflicht? Wie erziehe ich meine Kinder?
Natürlich kann man heute andere und neue Erfahrungen machen. Manchmal ist das sogar sehr sinnvoll, sonst bleibt man einfach nur im Alten stecken.
Aber gute Erfahrungen „von damals“ können mich auch heute tragen und womöglich sogar weiter bringen.
Als Mose Gott am Dornbusch begegnet, ist er ein einfacher Hirte, der die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters hütet. Er war mit dem Leben davon gekommen, aber sein derzeitiges Leben war nicht gerade aufregend. Doch dann gerät er an diesen seltsam brennenden Dornbusch und spürt: er hat einen Auftrag. Gott will, dass er zum Pharao geht und ihn bittet: „Lass mein Volk ziehn!“
Mose ist alles andere als sicher. Was ihn stärkt sind die alten Erfahrungen. Gott hatte schon Abraham und Sara geholfen, Isaak und Rebekka, Jakob und Rahel und vielen anderen. Er würde nun auch ihm helfen. Gott ist der, der gestern war, der heute ist und der auch in Zukunft da sein wird. Auf ihn konnte man sich schon immer verlassen, auf ihn würde er sich auch jetzt verlassen können. Und so kommt es dann ja auch. Mose und die Israeliten ziehen aus Ägypten in das gelobte Land, das Gott ihnen zeigt.
Für uns Christen hat sich diese Erfahrung in Jesus Christus bestätigt. Jesus, der so vielen Menschen neue Wege aufgezeigt hat, sie zu Gott gebracht hat. Jesus, in dem Gott deutlich gemacht hat: Er ist stärker als der Tod, begleitet uns auch dann, ist für uns da, komme was da wolle.
Das war - nicht gestern, aber damals vor 2000 Jahren - aber es wirkt auch heute noch.
Auch heute dürfen wir auf Gottes Kraft vertrauen, auf seine Liebe, die unser Leben durchdringt, darauf, dass er uns neue Wege aufzeigt, wenn‘s mal schwierig wird.
Der Hebräerbrief fasst das in dem kurzen Satz zusammen: Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebr. 13,8)

Möge dieses Gestern Sie heute und morgen begleiten.
Herzliche Grüße
Ihre Gemeindepfarrerin
Severine Plöse




Monatsspruch Februar

 
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
Dtn 30,14 (L)

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