Evangelische Kirchengemeinde Ettenheim
   
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Angedacht"

Severine Plöse
Mit dem Pfingstfest rückt der Sommer in unsere Gegenwart.
Lange Abende, Urlaub, Zeit für- und miteinander, ganz da sein und nicht immer schon bei der nächsten Aufgabe.
Sein - hier, heute, jetzt - „gegenwärtig“ eben.
Die Jünger waren am Pfingstfest zusammen gekommen, aber ich stelle mir vor: so „ganz da“ waren sie eigentlich nicht. Es wird wohl eher ein trauriges Häuflein gewesen sein. Vielleicht saßen sie zusammen, teilten Brot und Wein, hingen den alten Erinnerungen nach, haben sich die Zeit mit Jesus vergegenwärtigt.
Und dann kam dieses Brausen ...
Gewaltig, erfüllt, voll Feuer - so wird es in der Apostelgeschichte erzählt - die Jünger werden mitgerissen, erzählen voller Begeisterung von Jesus. Ja, sie reden sogar so, dass alle sie verstehen können und reißen viele andere mit ihrer Begeisterung mit.
Gewaltig, erfüllt, voll Feuer - so sollte Kirche sein, dann ...
... dann würde ich auch mal wieder kommen; dann könnte ich mir vorstellen, öfter hinzugehen; dann würde es auch mich packen; ... dann würde ich da bestimmt auch mitmachen.
Gewaltig, erfüllt, voll Feuer - so sollte es bei meiner Arbeit zugehen, dann ...
... dann würde ich jeden Tag gerne hingehen; dann würde ich bestimmt noch mehr hinbekommen; dann würde am Ende viel mehr rauskommen.
Gewaltig, erfüllt, voll Feuer - so sollte mein Leben sein, dann ...
... dann wäre ich voll dabei; dann hätte ich richtig viel Schwung; dann wäre mein Leben richtig Leben.
Gewaltig, erfüllt, voll Feuer ...
Es ist eine schöne Erfahrung, so voller Energie zu sein!
Aber kann das ein Dauerzustand sein? Wäre das nicht wie 24 Stunden täglich Silverstar, Bluefire oder Holzachterbahn?
Für die Jünger war irgendwann das Fest vorbei und der Alltag ist wieder eingekehrt. Sicher, die Erfahrung von Pfingsten hat weiter gewirkt. Viele Menschen haben sich für Gott und Jesus Christus begeistern lassen, viele christliche Gemeinden sind entstanden. Aber in diesen Gemeinden haben sie dann auch zusammen gesessen, haben Brot und Wein geteilt, waren das ein oder andere Mal ratlos und unmotiviert. Auch sie werden sich die Geschichten aus der Zeit mit Jesus vergegenwärtigt haben und bestimmt ist dann auch immer wieder ein kleines Pfingstfest geschehen. Vielleicht nicht so gewaltig wie damals in Jerusalem, aber immerhin gibt es bis heute christliche Gemeinden, immerhin wirkt bis heute Gottes Geist. Nur braucht halt auch er Raum und Zeit, in denen er wirken kann und manchmal frage ich mich schon, ob wir ihm die überhaupt lassen.
Es ist gut, dass es Sommer wird!
Lange Abende, Urlaub, Zeit für- und miteinander, ganz da sein.
Zeit, um vielleicht mal wieder Geschichten aus meinem Leben zu vergegenwärtigen. Zeit für meine Geschichte mit Gott und vielleicht auch Zeit, mir die Geschichten von Jesus zu vergegenwärtigen.
Und dann kam das Brausen ... - wieso nicht auch bei uns?!

Herzliche Grüße
Ihre Gemeindepfarrerin
Severine Plöse




Monatsspruch Juli

 
Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
Jak 1,19 (L)

Aktuelles

 
Ansprechpartner im Kirchengemeinderat, Ihre Mitarbeit bei kleineren Aufgaben?