Evangelische Kirchengemeinde Ettenheim
   
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Angedacht"

Severine Plöse
hält mich der Blick zurück fest, oder hilft er mir, mich in der Zukunft zurecht zu finden? - ich denke, das ist die entscheidende Frage.
Der Blick zurück kann schön und sinnvoll sein. Ältere Menschen erzählen manchmal: „Raus komme ich kaum noch – es geht einfach nicht mehr. Aber wissen Sie: Ich habe so viele schöne Erinnerungen. Daran kann ich mich freuen.“ Manch andere nehmen sich regelmäßig Zeit für einen persönlichen Rückblick. Sie sehen, was gelungen ist und freuen sich daran. Natürlich sieht man dann auch, was nicht so gut war. Aber das kann ja auch weiterführen. „Problem erkannt, Gefahr gebannt!“, sagt der Volksmund. Oder nicht ganz so dramatisch: Ich kann überlegen, was das Problem war, und es beim nächsten Mal eben anders versuchen. Überhaupt ist die Beschäftigung mit der Geschichte unserer Gemeinde, unserer Stadt, unseres Landes, der Welt … nicht einfach nur mühsames Zahlenlernen oder spannendes Abtauchen in andere Welten. Geschichte hilft uns auch zu verstehen, warum etwas so ist, wie es heute ist – wie es sich entwickelt hat, was für Menschen es waren, die dazu beigetragen haben, welche Ideen sie geleitet haben, ...

Rückblicke können den Blick für das schärfen, was um uns herum geschieht. Sie können mir helfen, mich in der Zukunft zurecht zu finden, weil ich eine Ahnung davon bekomme, wohin das, was ich heute sage und tue, führen kann. Der Blick zurück kann aber auch festhalten. So war es bei Lots Frau.(1. Mose 19) Da waren Männer, oder Engel – wer weiß das schon so genau – bei ihnen zu Besuch gewesen. Sie wollten Lot und seine Familie vor dem Untergang in Sodom retten. Sie redeten ihnen gut zu, merkten aber: Lot und seiner Frau fällt es schwer, die Stadt zu verlassen. Dabei wird die Familie von den anderen Stadtbewohnern übel beschimpft und richtiggehend bedrängt. Als Lot und seine Frau weiter zögern, packen die Männer sie einfach und führen sie aus der Stadt hinaus. Sie sagen noch: schaut nicht zurück...
Aber Lots Frau schaut eben doch zurück auf das untergehende Sodom und erstarrt zur Salzsäule.

Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die aufbrechen und ihre Heimat verlassen, weil sie dort keine Zukunft für sich und ihre Kinder sehen. Für mich stehen sie in der Tradition von Lot und seinem Onkel Abraham. Abraham sah für sich und seine Frau keine Zukunft mehr in der Heimat. Sie hatten keine Kinder und er hörte auf Gottes Versprechen: Geh und Du wirst der Vater eines großen Volkes werden. (1. Mose 12) Aber das wäre nun wieder eine ganz eigene Geschichte.

Was auch immer bei Ihnen in den letzten Monaten dieses Jahres noch ansteht, was auch immer die Zukunft Ihnen bringen wird: Ich wünsche Ihnen, dass der Blick zurück Sie nicht gefangen hält, sondern Ihnen hilft, sich in der Zukunft zurecht zu finden, und, dass Sie Gottes Segen erfahren können in dem, was Sie tun und in dem, was Ihnen widerfährt.

Herzliche Grüße
Ihre Gemeindepfarrerin
Severine Plöse




Monatsspruch September

 
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Pred 3,11 (L)

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