Evangelische Kirchengemeinde Ettenheim
   
500 Jahre REformation
Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben als Martin Luder geboren - "Luder", das war der Familienname seiner Eltern.
Warum ändert er seinen Namen?
Da gibt es verschiedene Erklärungsmodelle – womöglich stimmt von allem ein bisschen.
Klar ist: Die Namen waren damals noch nicht so festgelegt wie heute. Es gab noch kein Standesamt, auf das man sich berufen konnte. Außerdem gab es ja noch keine deutsche "Schriftsprache" wie heute. Die Dialekte waren die übliche Sprache. So spricht z.B. das Sächsische vieles weicher aus als unsere heutige Hochsprache (b statt p; d statt t).
Als Luther nach Wittenberg an die Universität kam, wurde er vermutlich mit einer etwas gehobeneren Sprache konfrontiert und "Luder" klang in diesen Kreisen nicht besonders gut. Auch heute ist ja "ein Luder" nichts Gutes. Damals klang der Name noch viel mehr nach Betrug, Hinterhältigkeit und Lotterleben. Da war es naheliegend, aus dem weichen, etwas vulgär klingenden "Luder", einen seriöseren "Luther"zu machen.
Überhaupt aber war es damals "in", den eigenen Namen zu modernisieren, ihn irgendwie lateinisch oder griechisch klingen zu lassen. Philipp Melanchthon hieß z.B. eigentlich ganz einfach Schwarzert. Und aus Schwarz – griechisch "melas" - und "erd" – griechisch "thon" - wurde dann Melanchthon.
Bei sehr engen Freunden hat Martin Luther auch schon mal mit "Eleutherus" - "der Befreite" - unterschrieben. Deshalb wird gerne gesagt: Seine innere Befreiung von den vielen Ängsten, die ihn geplagt haben, hat zu seiner Namensänderung geführt.
Die Ängste müssen Martin Luther schon sehr gequält haben. Die Angst vor dem Tod, der Hölle, dem strengen und strafenden Gott waren damals weit verbreitet. Martin Luthers große und bange Frage war: "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?"
Dann machte er bei seinem Bibelstudium die Entdeckung: Gott ist mir gnädig und ich darf aus seiner Gnade leben, ihm vertrauen.
500 Jahre Reformation
Ich kann als einer handeln, dem Gott immer wieder neu seine Liebe, sein Vertrauen zuspricht – selbst, wenn er Fehler macht.
Angst engt ein, Vertrauen befreit. Vermutlich nannte er sich schon vor dieser Entdeckung "Luther". Aber warum sollte nicht sein Name schon einmal Programm gewesen sein, bevor er sich selbst der ganzen Tragweite bewusst geworden ist?
Als er 1546 - wieder in Eisleben - stirbt, schreibt er kurz vor seinem Tod: "Wir sind Bettler, das ist wahr." Ein gänzlich Befreiter.
Severine Plöse



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