Evangelische Kirchengemeinde Ettenheim
   
Unsere alte Orgel
Steinmeyer Orgel

Bild oben: links die Pfeifen von Manual I, rechts Manual II, in der Mitte das Pedalwerk

Die Musik der Steinmeyer-Orgel opus 1982 Baujahr 1959 ist verklungen. Und soweit sie nicht aufgezeichnet wurde, ist die Musik unwiederbringlich Vergangenheit. Und selbst die Aufnahmen bringen nur einen Teil der Musik wieder. Das alles gilt aber für jede Musik, die jemals gespielt wurde. Jede neue Aufführung desselben Werkes ist doch anders: Selbst wenn Musiker und Zuhörer dieselben sind, so haben sie doch andere Erfahrungen, das Wetter ist anders, die Stimmung ist anders, und vielleicht auch das oder die Instrumente. Kein Instrument gleicht einem anderen. Das gilt für Orgeln in besonderem Maße: Es gibt keine Serienfertigung. Jedes relativ starken Abstufungen in der Dynamik.

Steinmeyer Orgel
Sie wurde unter das Dach gehängt, damit unter ihr noch ein Chor singen konnte und möglichst viele Sitzplätze erhalten blieben. Der Spieltisch stand seitlich auf der Empore. Die Tastenbewegungen und Register-Einstellungen wurden elektro-pneumatisch zu den Windladen übertragen. Fast alle Register bestanden aus Lippenpfeifen, bei denen die Tonerzeugung wie bei der Blockflöte funktioniert.


Ein Gemeindeglied hat mich mal auf mittelalterlich anmutende Klänge angesprochen. Die kamen von der in vielen Steinmeyer-Orgeln anzutreffenden Rohrschalmei: das OrInstrument wird individuell geschaffen. Das hat auch damit zu tun, dass die klangliche Vielfalt jedes einzelnen Instruments sehr groß ist.


Nun wird also die vergangene Vielfalt der Steinmeyer-Orgel durch eine andere Vielfalt ersetzt.


Die Steinmeyer-Orgel hatte 11 Register mit etwa 706 Pfeifen. Sie hatte entsprechend des damaligen Geschmacks eine neo-barocke Disposition, allerdings mit einzige Register dieser Orgel, bei dessen Pfeifen eine schwingende Metallzunge den Ton erzeugt – ähnlich einer Mundharmonika oder einem Harmonium.



Bild oben/v.l.:
Choralbass 4`, Pommer 8* und
Subbass 16` sowie rechts
Prinzipal 2`aus Manual II
Bild unten:
Pfeifen von Manual I (von vorn nach hinten):
Mixtur, Rohrschalmei, Rohrflöte, Prinzipal




Steinmeyer OrgelIm Manual I konnte man mit einem Tremulanten den Winddruck ähnlich einem Vibrato verändern. Es gab die üblichen Koppeln, eine freie Kombination, einen Tutti-Schalter. Und wenn man mit allen Registern vollgriffig spielte, reichte der Winddruck nicht ganz aus.

Steinmeyer OrgelDie Steinmeyer-Orgel war die erste Orgel in unserer Kirche. Davor wurden die Lieder meist auf einem Harmonium begleitet, das immer noch existiert.

Am 4. Februar 2018 erklang die Orgel das letzte Mal im Gottesdienst. Wenn Sie dabei waren, haben sie noch einmal alle Register der Orgel gehört.

Zum Schluss erklang der Subbass 16‘ allein – dieses Register soll als einziges in die neue Orgel übernommen werden.

Auf Wiederhören!
Bild oben Pfeifen von Manual II
Reinhard Hahn

Bild: SpieltischSteinmeyer Orgel