Abschied
Wie im Fluge sind die beiden Jahre vergangen, in denen Anja Kamper in Ettenheim Lehrvikarin war. Wir freuen uns mit ihr, dass Sie am 19. September in Pforzheim von Landesbischöfin Heike Springhart ordiniert wurde und nun als Pfarrerin im Probedienst in Pforzheim tätig ist.
Sie schreibt:

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Dieser Bibelvers aus den 13. Kapitel des Hebräerbriefes begleitet mich nun schon lange Zeit.
Eine kurze Rechnung verrät mir, dass ich in den vergangenen vierzehn Jahren zehnmal umgezogen bin. Im Durchschnitt habe ich also jeweils etwa eineinhalb Jahre an einem Ort gelebt. Für meine Verhältnisse war ich somit überdurchschnittlich lange in Ettenheim. Ganze zwei Jahre!
Noch viel wichtiger als die messbare Zeit ist für mich die gefühlte Zeit, die ich an einem Ort verbringe. Zwei Jahre können sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlen. Als durch Corona bei der Arbeit einfach keine Routine einkehren konnte, während das Privatleben stillstand, hatte ich mir so manches Mal einen Zeitbeschleuniger gewünscht.
Gleichzeitig können sich zwei Jahre auch viel zu kurz anfühlen. So viel in der Region hätte ich noch gerne erkundet und so manche liebgewonnene Ettenheimerin und so manchen liebgewonnenen Ettenheimer würde ich gerne einfach einpacken und mitnehmen.
Und so gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was mir bleiben wird sind die Erinnerungen, an Sie und Euch. Unsere gemeinsamen Erlebnisse, unser gemeinsames Singen und vor allem unsere Gespräche.
Mit diesem leichten und doch so gewichtigen Gepäck voller Erinnerungen fühle ich mich nun gut gerüstet für meinen weiteren Weg, die zukünftige Stadt zu suchen.
Adieu und Gottes Segen!
Anja Kamper