Sonntag Zuhause - Ostern

Gottesdienst zum April 2022

Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 118 - WW 958.1
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm *
und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: *
Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Die Rechte des HERRN ist erhöht; *
die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben *
und des HERRN Werke verkündigen.
Der HERR züchtigt mich schwer; *
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, *
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
Das ist das Tor des HERRN; *
die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast *
und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, *
ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom HERRN geschehen *
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Dies ist der Tag, den der HERR macht; *
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar 
und von Ewigkeit zu Ewigkeit
Amen
Gebet:
Gott des Lebens. Wir sehen und erleben,
wie zerbrechlich das Leben auf dieser Erde ist,
wie gefährdet es ist - mein Leben, das Zusammen-Leben, das In- Frieden- Leben.
Lass uns Auferstehung im Alltag erahnen,
durch eine Sehnsucht,
die uns aufstehen lässt für ein Leben ohne Hass und ohne Angst,
ein Leben voll Vertrauen und Zuversicht.
Amen
Lied: Christ ist erstanden – EG 99
Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. /
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Lesung des Predigttextes: Markus 16, 1-8
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
Wie redet man über etwas, für das es eigentlich keine Worte gibt?
Das Markusevangelium redet nicht lange, sondern erzählt einfach und lädt dadurch ein, selbst zu erleben. Das Evangelium erzählt von dem Unglaublichen, das die Frauen erlebt haben. Von ihren Erfahrungen, vom Staunen – von Anfang und Ende. Eigentlich hätte alles dunkel sein müssen. Jesus war tot. Die Frauen wollten nichts anderes tun, als den Leichnam Jesus salben – ihm die letzte Ehre erweisen. Doch in der Erzählung des Markus ist es schon hell: Die Sonne war aufgegangen. Es ist der erste Tag der Woche – ein Neubeginn. Er erzählt auch von dem Stein. Es ist ein schwerer Stein, der die Frauen auf dem Weg zum Grab belastet. Voller Trauer sind sie, weil Jesus tot ist, verzweifelt darüber, dass sie selbst nichts anderes getan hatten als zuzuschauen. Doch am Grab richten sie ihren Blick auf – weg von ihrem Leid, hin zu dem, was jetzt ist. Hin zu Jesus, hin zu Gott. Sie nehmen wahr: der Stein ist längst weggewälzt und staunen darüber, dass sie einen anderen finden als den, den sie erwartet hatten. Kein Gekreuzigter ist da, sondern ein kräftiger junger Mann, der mit einem langen weißen Kleid bekleidet ist – nicht der Tod, sondern das blühende Leben erwartet sie. Mit Jesus, mit Gott erwartet uns nicht der Tod. Mit ihm haben wir etwas von der Gegenwart und von der Zukunft zu erwarten. Er ist keiner, dem man hinterhertrauert, den man in der Vergangenheit sucht. Jesus, Gott ist einer, der im Jetzt zu finden ist – heute und hier. So schickt der Jüngling die Jünger und Jüngerinnen nach Galiläa. Er schickt sie in ihren Alltag, dorthin, wo sie ihre Erfahrungen mit Jesus gemacht haben, wo sie miteinander unterwegs waren, miteinander gegessen haben, vielen Menschen begegnet sind, gefeiert haben. Er schickt sie dorthin, wo Menschen getrost und froh geworden waren. Dorthin, wo Menschen geheilt wurden. Er schickt sie auf einen neuen Weg und fordert sie auf: Geht Euren Weg weiter. Macht neue Erfahrungen – vergesst dabei die guten alten Erfahrungen nicht. Sie sind ein Schatz, der Euch stärken kann. Die Frauen verstehen, dass etwas zu Ende gegangen ist. Der Jesus, den sie kannten, ist nicht mehr da. Es hat keinen Sinn ihn im Grab zu suchen. Deshalb flüchten sie auch von diesem Ort. Sie verstehen, dass sie etwas Außergewöhnliches erlebt haben. Etwas, das sich mit normalen Worten nicht sagen lässt. Etwas, das leicht missverstanden werden kann. Deshalb hat sie „Zittern und Entsetzen ergriffen“. Das, was hier beschrieben wird, ist nicht Angst. Wir würden vielleicht heute sagen: „Die hat der Schlag getroffen.“ Ihnen war auf einmal klar: Da ist etwas passiert, das wir so niemals erwartet hätten. Etwas, das nicht in diese Welt passt. Wenn sie nun einfach nur erzählen, was sie erlebt haben, dann glaubt ihnen niemand. Ich denke, das ist gemeint, wenn es am Ende heißt: Und sie sagten niemandem etwas; sie fürchteten sich nämlich. Sie fürchteten, dass ihre Worte missverstanden werden, wenn sie berichten, was sie da am Grab erlebt haben. Stattdessen erzählen sie alles, was sie mit Jesus erlebt haben – von Anfang an. Von Johannes dem Täufer bis zum leeren Grab, von Galiläa bis nach Jerusalem. „Geht nach Galiläa“ diese Aufforderung Jesus fordert auch uns heutige Leserinnen und Leser auf. Macht Euch auf den Weg. Das, was damals war, das ist nicht abgeschlossen. Lest das Evangelium noch mal von vorne und macht eure eigenen Erfahrungen mit Jesus und mit Gott. Ihr werdet sehen: Da kann man echt ins Zittern und Staunen geraten. Denkt dabei immer daran: Der neue Tag hat schon begonnen, denn Gott hat es längst hell gemacht. Amen
Lied: Erinnere uns an den Anfang – WW 134
1. Erinnere uns an den Anfang. Am Anfang, als Leben begann,
sprachst du zu uns: Ihr seid willkommen, hast du an die Hand uns genommen.
Erinnere uns an den Anfang, an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen, damit wir klug, damit wir klug, damit wir klug werden.
2. Erinnere uns an das Staunen. Mit staunendem, offenen Blick
hast du uns als Kinder gesegnet, sind wir allem Neuen begegnet.
Erinnere uns an das Staunen, an Ursprung und Werden, Vergehen, ...
3. Erinnere uns an Erfahrung. Erfahrung, die uns heute prägt,
hat uns auch durch Trauer geleitet, hat unseren Glauben geweitet.
Erinnere uns an Erfahrung, an Ursprung und Werden, Vergehen, ….
Fürbitten und Vaterunser:
Wir bitten Dich, Gott, erinnere uns an den Anfang. 
Dass Du uns geschaffen hast, dass Du diese Welt für uns geschaffen hast. Lass uns eintreten für unsere Mitwelt.
Wir bitten Dich, Gott, erinnere uns an das Staunen. 
Dass Leben nicht selbstverständlich ist. Lass uns offen sein für alles Alltägliche – für Dich mitten im Alltag.
Wir bitten Dich, Gott, erinnere uns an die Erfahrung. 
Die Erfahrungen, die wir schon mit Dir gemacht haben. Die Erfahrungen, die Menschen vor uns mit Dir gemacht haben. Die Erfahrung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dass wir den Mut nicht verlieren, uns neu ausrichten an Dir. 
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden – EG 112, 1.3.6
1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.
3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel;
nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will
entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut,
so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.
6. Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
 
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Zum Ausdrucken und Weitergeben:

Quelle: Severine Plöse, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim

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